Regionspräsident und Förderer informieren sich über Grundschulprojekt

20.05.2010 | Hannover
Mit Bewegung, Spaß und ausgewogener Ernährung gegen zu viele Kilos - das ist das Ziel des Grundschulprojekts "Gesund essen - täglich bewegen" der Region Hannover. Seit drei Jahren bietet das Team Sozialpädiatrie und Jugendmedizin Bewegungs-, Tanz- oder Ernährungseinheiten speziell in den Schulen in der Region Hannover an, in denen der Anteil übergewichtiger Kinder besonders hoch ist.

Maßgeblich unterstützt wird das Projekt vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz, der Krankenkasse KKH-Allianz, der Sparkasse Hannover und dem E.R.B. Auto Zentrum Hannover GmbH. Zusammen mit Regionspräsident Hauke Jagau informierten sich die Förderer am 20.05. in der Grundschule Vinnhorst in Hannover über die Module des Projekts.

"Fertiggerichte in den Ofen zu schieben statt Mahlzeiten mit frischen Zutaten selbst zu kochen, ist heute leider in viel zu vielen Familien zu einer Selbstverständlichkeit geworden", sagte Regionspräsident Hauke Jagau. "Mit dem Projekt wollen wir einerseits Lust auf Bewegung, Obst oder Gemüse wecken, andererseits aber auch Kindern Mut machen und sie in die Lage versetzen, Stärken an sich zu entdecken, die sie vorher nicht kannten." Jagau dankte den Förderern, dass mit ihrer Unterstützung die erfolgreiche Arbeit über die ersten drei Projektjahre hinaus drei weitere Jahre fortgesetzt werden kann. "In meinen Augen ein tolles Beispiel für die gelungene Zusammenarbeit von öffentlicher Verwaltung und privater Wirtschaft - zum Wohl unserer Kinder, für unsere gemeinsame Zukunft in der Region Hannover."

Die Krankenkasse KKH-Allianz unterstützt das Übergewichtspräventionsprojekt bis 2012 mit 70.000 Euro jährlich. Hauptabteilungsleiter Klaus Böttcher erklärt, warum: "Immer mehr Menschen bewegen sich zu wenig und ernähren sich unausgewogen. Das fängt im Kindesalter an. Die Folge: Bereits viele Grundschüler leiden unter Übergewicht, Tendenz steigend. Das ist alarmierend. Gegen diese Entwicklung müssen wir etwas tun. Mit der Förderung dieses Projekts möchten wir gemeinsam mit Lehrern und Eltern Kinder zu einem gesundheitsbewussten Verhalten anleiten und damit späteren Gesundheitsstörungen vorbeugen wie Diabetes, Bluthochdruck oder auch koronaren Herzerkrankungen. Und wer die Kinder hier bei den Aktionen erlebt, dem wird schnell klar: Gesundheitsbewusstes Verhalten macht Spaß, kann überaus kreativ sein und wirkt im besten Sinne ansteckend."

Von Anfang an fördert die Sparkasse Hannover das Projekt mit jährlich 20.000 Euro. Günter Blum, Leiter Vertriebsmarketing der Sparkasse Hannover, hebt dazu hervor: "Unser Engagement für die Region Hannover bedeutet, Verantwortung zu übernehmen. Verantwortung für die Region, für die Menschen, die hier leben, für ihr alltägliches Umfeld. Gesunde Ernährung und tägliche Bewegung ist leider für viele Kinder nicht selbstverständlich - daher unterstützen wir diese wichtige Initiative, die bereits im Grundschulalter Kinder und damit auch deren Familien dazu anregt, gesund zu leben und dadurch fit zu bleiben."

Das E.R.B. Auto Zentrum GmbH Hannover unterstützt das Projekt für die nächsten drei Jahre mit jeweils 5.000 Euro. "Wir engagieren uns als ortsansässiges Unternehmen gern für Projekte, die die Entwicklung von Kindern in der Region Hannover fördern - denn wir sind überzeugt, dass die beteiligten Schülerinnen und Schüler durch die Lust auf bessere Ernährung und den Spaß an der Bewegung auch mehr Freude und Erfolg beim Lernen erfahren und damit eine bessere Zukunft haben werden", sagte Karl-Heinz Eidenschink vom E.R.B. Auto Zentrum Hannover.

Zum Kreis der Förderer zählt noch in diesem Jahr das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Die Gesamtkosten des Projekts der Region Hannover betragen jährlich rund 306.000 Euro. Weiterer Kooperationspartner ist die Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen, die an Aktionstagen kostenlos Milchprodukte für die Grundschülerinnen und Grundschüler anbietet - wie am Donnerstag in der Grundschule Vinnhorst in Hannover.

Rund 300 Schülerinnen und Schüler der Klassen kamen durch Bewegungsangebote richtig in Schwung: Die Klassen drei und vier tanzten unter Anleitung des Salsa-Tanzlehrers und -Choreographen Emile Moise sowie des mehrfachen HipHop-Weltmeisters Nilson Mufume, die zweiten Klassen durchliefen einen Bewegungsparcours, während die ersten Klassen beim Erdbeerlauf gegeneinander antraten. Einige Schülerinnen und Schüler mixten zudem leckeres Müsli zusammen - auch mit Hilfe einer Haferquetsche.

Das Projekt habe in der Schule in einem Jahr das Bewusstsein für verschiedene Aspekte von Gesundheit deutlich geschärft, sagte Schulleiterin Christiane Schomburg. "Als bewegte Schule legen wir Wert auf tägliche Bewegungszeiten, die bewegungsgerechte Gestaltung der Schulhöfe, Bewegungspausen im Unterricht und vielfältige Bewegungsangebote. Durch das Projekt haben wir zahlreiche Impulse, großartige personelle und auch finanzielle Unterstützung erhalten: zum Beispiel bei Pausenangeboten, bei der Einrichtung einer Schulküche, bei der weiteren Gestaltung des Außengeländes, bei der Beratung der Eltern oder der Zusammenstellung von Frühstücksangeboten."

In den Schulen, die von Anfang an eingebunden sind, ließe sich inzwischen ein Umdenken bei den Kindern beobachten, sagte Projektleiterin Dr. Cornelia Ehrhardt: "Die Schülerinnen und Schüler sind kleine Experten für gesunde Ernährung geworden und versuchen sogar, Einfluss auf ihr Elternhaus zu nehmen", so die Leiterin des Teams Sozialpädiatrie und Jugendmedizin der Region Hannover. Auch für den Schulalltag liefert das Projekt neue pädagogische Impulse, damit das Angebot langfristig und nachhaltig wirkt. "In vielen Schulen sind die von uns eingeführten fünf Bewegungsminuten im Unterricht inzwischen fest im Schulablauf integriert, auch die angeschafften mobilen Spielgeräte für den Schulhof sorgen für mehr Aktivität in den Pausen, um neben dem Spaß an Bewegung auch motorische Fähigkeiten wie Koordination und Ausdauer zu fördern", sagte Dr. Ehrhardt.

Umgesetzt wird das Projekt von Ernährungs- und Sportwissenschaftlerinnen, Übungsleiterinnen, einer Gesundheitsberaterin und einer Psychologin. In Abstimmung mit den Schulärztinnen bieten sie die Projektmodule Ernährung, Bewegung und Selbststeuerung derzeit in 36 Grund- und Förderschulen in der Region Hannover an. Beteiligt sind 3.860 Erst- und Zweitklässler in 201 Projektklassen sowie weitere rund 3.500 Kinder aus den Klassenstufen 3 und 4. In den vergangenen drei Jahren wurden in 1.207 Unterrichtsstunden praktisches und theoretisches Wissen über gesunde Ernährung vermittelt. Zur Bewegungsförderung wurden 830 Unterrichtsstunden und 10.400 Schulvormittage gestaltet. Außerdem wurden 1.038 Unterrichtsstunden zur Persönlichkeitsstärkung und Selbststeuerungsfähigkeit angeboten.

Das Projekt konzentriert sich auf Schulen, in denen besonders viele Kinder zu viele Kilos auf die Waage bringen. So sind rund 70 der etwa 180 Grundschulen in der Region Hannover schon zur Einschulung rund 15 Prozent der Kinder übergewichtig oder adipös. Im Durchschnitt beträgt dieser Anteil bei den rund 10.000 vor Schulanfang untersuchten Kindern etwa zehn Prozent. Davon leiden rund drei Prozent an Adipositas, einem starken Übergewicht, das durch eine über das normale Maß hinausgehende Vermehrung des Körperfetts mit krankhaften Auswirkungen gekennzeichnet ist. Während der Grundschulzeit steigt der Anteil übergewichtiger und adipöser Kinder in der Regel um rund 50 Prozent.

In der weiteren Laufzeit des Projekts können jährlich sieben Grund- und Förderschulen in der Region Hannover neu in die Intensivphase der Konzeption aufgenommen werden.

Quelle: Pressemeldung KKH-Allianz

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