Hormonelle Wechselwirkungen im Stadion

05.08.2010 | Köln
Am 20. August startet die Fußball-Bundesliga. Nach 105 Tagen Spielpause werden bis zu 400.000 Fans in den Stadien erwartet. Auch wenn die Frauen unter ihnen inzwischen knapp ein Viertel ausmachen, bleibt der Stadionbesuch eine Männerdomäne.

Was mit dem starken Geschlecht samstags ab halb vier hormonell geschieht und was die Auswirkungen sind, das haben die Gesundheitsspezialisten der Central Krankenversicherung zusammengetragen. Ihr Rat für möglichst viele Glückshormone auch bei mäßigen Spielen: Nüsse und Bananen essen!

Der menschliche Körper ist wie "Feierbiest1" und Asket in einer Person. Er kann uns außer Rand und Band bringen, aber auch Stimmungen ausgleichen und dafür sorgen, dass wir mit Alltagssituationen zurechtkommen. Verantwortlich dafür sind Hormone, einige Tausend davon, so schätzen Experten, produziert der Körper. Nur die wenigsten sind erforscht.

Die im Gehirn entstehenden und vom Limbischen System gesteuerten Botenstoffe lassen uns Freude empfinden, mit Angst klar kommen und trotz Stress klare Gedanken fassen. Bei spannungsgeladenen Live-Ereignissen wie einem Fußballspiel geschieht das alles in kompensierter Form. In den 90 Minuten werden regelrechte Hormon-Cocktails2 ausgeschüttet.

Die hormonelle Spannungskurve beim Fußball

Vor dem Spiel: Vorfreude und innerliche Anspannung sind Grundvoraussetzungen dafür, dass die hormonelle Spannungskurve in Schwung kommt. Zuerst fließt Adrenalin. Der wohl bekannteste Neurotransmitter sorgt für die nötige nervliche Belastbarkeit, baut Angst ab und mobilisiert die körpereigene Energie.

Einsingen: Im Stadion angekommen, stimmen sich die Fankurven mit ihren Vereinsliedern auf die schönsten 90 Minuten der Woche ein. Dopamine werden ausgeschüttet und halten das Stadion in freudiger Anspannung. Puls, Blutdruck und Zuversicht steigen.

Anstoß: Der Dopaminspiegel sinkt wieder ab, in den Fankurven wird es ruhig. Adrenalin ist zurück. Ins Spiel kommt zudem Serotonin, es beruhigt, steigert das positive Denken und sorgt dafür, dass Mann von anderen Menschen als Führungspersönlichkeit wahrgenommen wird.

Führungstor: Endlich ist Endorphin an der Reihe, das "körpereigene Opiat" macht nicht nur glücklich, sondern regelrecht euphorisch. Es vermittelt zudem ein tiefes Harmonieempfinden. Ist die Mimik der Fans in Trance verklärt, fließt erneut Dopamin. Das Belohnungs-Hormon beeinflusst Bewegungen und lässt die Gesichtszüge beben.

Gegentor: Wieder wird Adrenalin benötigt, damit die Nerven halten. Mann ist urplötzlich wachsamer für das, was auf dem Spielfeld geschieht. In dieser Phase pumpt der Körper zudem Acetylcholin, das kognitive Prozesse steuert (Nachdenken, wie das Spiel noch zu retten ist!) und den Fan klar, scharf und objektiv denken lässt.

Gewonnen: Das Euphorie-Hormon Endorphin ist zurück. Es setzt das Schmerzempfinden herab, blaue Flecken, die in Jubelarien entstehen, werden nicht bemerkt. Wichtig auch, der Testosteronspiegel der Anhängerschaft steigt an, was Stärke, Ausdauer und sexuelle Erregung auslöst.

Verloren: Die Testosteronmenge im Blut fällt ab, ebenso der Adrenalinspiegel. Ein weiterer Neurotransmitter - GABA (Gama-Aminobuttersäure) - hat Premiere. Das natürliche Beruhigungsmittel wirkt dämpfend, löst Spannungen und Angst.

Die Gesundheitsspezialisten der Central Krankenversicherung raten Fußballfans zu viel Bewegung, außerhalb und innerhalb des Stadions. Vom Sitz Aufspringen und Umhertanzen tragen dazu bei, dass Hormone schneller produziert werden. Die Botenstoffe werden im Körper aus Aminosäuren und Enzymen hergestellt. Um die Produktion anzuregen, braucht der Mensch Nährstoffe wie Vitamin B, C und D, Folsäure sowie Mineralstoffe und Spurenelemente. Ernähren sich Menschen falsch, sind die Notreserven zu schnell aufgebraucht und sie sind erschöpft, wenn die Euphorie vorbei ist. Um den 90-minütigen Gefühlstaumel auszuhalten, sollten Fans vor dem Spiel Vollkornbrot, Käse, Fisch, fettarmes Fleisch, Bananen oder Nüsse essen.

Quelle: Pressemeldung Central Krankenversicherung AG

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