Die DFG auf dem Wissenschaftssommer 2010: Zelt, Schiff, forschung SPEZIAL und Communicator-Preis
Auf dem zentralen Veranstaltungsort, dem Alten Markt, ist die DFG in Zelt 9 zu finden. Dort gibt der im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder geförderte Exzellenzcluster "Unifying Concepts in Catalysis" (UniCat) der TU Berlin Antwort auf die Frage: "Was hat Minigolf mit Energiesparen zu tun?". Dabei wird für die Besucherinnen und Besucher auf spielerische Weise erlebbar, wie Katalyse funktioniert. Auf zwei verschiedenen Minigolf-Bahnen können sie testen, wie viel Energie sie aufbringen müssen, um den Ball ins Loch zu bekommen. Die beiden Bahnen veranschaulichen chemische Reaktionswege, die mit und ohne den Einsatz von Katalysatoren ablaufen. Welches Potenzial in der Katalyseforschung liegt, zeigt der Cluster an einem aktuellen Beispiel: Durch die Umwandlung von Methan - das bei der Erdölgewinnung anfällt und ungenutzt bleibt - könnte die chemische Industrie ihre Abhängigkeit vom Öl verlieren. Folien und Verpackungen, für deren Produktion heute große Mengen Erdöl verwendet werden, ließen sich so wesentlich energieeffizienter und umweltschonender herstellen.
Während des "Wissenschaftssommers" liegt auch die "MS Wissenschaft" in Magdeburg vor Anker. Auf dem Ausstellungsschiff von "Wissenschaft im Dialog", das bereits seit Mitte Mai und noch bis Oktober 35 Stationen in Deutschland und erstmals auch in Österreich anläuft, ist die DFG gleich mit vier Exponaten vertreten: Der Aachener Exzellenzcluster "Maßgeschneiderte Kraftstoffe aus Biomasse" greift dabei mit seinem Exponat die Frage nach den Alternativen zu fossilen Brennstoffen auf. Mithilfe eines Lego-Prozess-Modells können die Besucherinnen und Besucher nachvollziehen, wie aus Zellulose über mechanische und chemische Verfahren fertiger Kraftstoff wird. Das Freiburger DFG-Graduiertenkolleg "Micro Energy Harvesting" zeigt, wie durch Generatoren Vibrationen in Energie umgewandelt und wie diese zwischengespeichert und für den Betrieb verwendet werden kann - was Batterien und aufwändige Kabelsysteme überflüssig macht. Das "Center for Nanointegration" der Universität Duisburg-Essen veranschaulicht, wie sich mit neuartigen Materialien aus der Nanotechnologie das Recycling von Wärme optimieren lässt. Beim Exponat der TU Dresden schließlich beleuchten organische Leuchtdioden, sogenannte OLEDS, bekannte Dresdner Bauwerke en miniature. Den notwendigen Strom dafür liefern neuartige organische Solarzellen.
Zum Wissenschaftssommer - und zum diesjährigen "Jahr der Energie" - ist zudem eine Sonderausgabe des DFG-Magazins forschung erschienen. Die "forschung SPEZIAL Energie" gibt auf 64 Seiten anhand ausgewählter Beispiele einen Überblick über DFG-geförderte Projekte im Bereich der Energieforschung. Der Bogen reicht von der Erfassung und Erforschung des Klimawandels über die Entwicklung neuer energieeffizienter Werkstoffe und Bauteile für Kraftwerke und Industrieanlagen bis zur regenerativen Energieerzeugung, zu der unter anderem auch die moderne Züchtungsforschung mit ihrer Suche nach "Miss World Energiemais" beiträgt. Andere Artikel befassen sich mit der Batterieforschung, die Autos "mit dem Akku auf die Überholspur" bringen soll, mit "intelligenten Stromnetzen" und mit den "Gasometern von morgen", in denen regenerative Energie langfristig gespeichert werden soll. Zu guter Letzt geht es um den Beitrag der Geistes- und Sozialwissenschaften zur Energieforschung - und um Störungen im Energiekreislauf des menschlichen Organismus, die zu Übergewicht und Diabetes führen können. Großzügig bebildert und im neuen DFG-Layout gestaltet wird die "forschung SPEZIAL Energie" in den kommenden Wochen auch in ausgewählten ICE-Zügen der Deutschen Bahn ausliegen.
Schon traditionell im Rahmen des Wissenschaftssommers verleiht die DFG zusammen mit dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft schließlich den "Communicator-Preis". Die mit 50.000 Euro dotierte Auszeichnung für die herausragende Vermittlung eigener Forschungsergebnisse in die Medien und Öffentlichkeit geht in diesem Jahr an den Riechforscher Professor Hans Hatt. Der Zellphysiologe von der Ruhr-Universität Bochum erhält den Preis am Montag, dem 7. Juni, im Magdeburger Gesellschaftshaus am Klosterbergegarten von DFG-Präsident Professor Matthias Kleiner und Dr. Arend Oetker, dem Präsidenten des Stifterverbandes. Die diesjährige Verleihung des Communicator-Preises ist insgesamt bereits die elfte - und wartet doch mit einer Premiere auf: Erstmals wird die Veranstaltung per Live-Streaming übertragen; ab 18.30 Uhr können alle an Wissenschaft und Wissenschaftskommunikation Interessierte sie über das Internet an ihrem Computer verfolgen.
Am 7. Juni findet um 17.00 Uhr ein Pressegespräch mit dem neuen Communicator-Preisträger im Magdeburger Gesellschaftshaus statt, zu dem Redaktionen herzlich eingeladen sind.
Quelle: Pressemeldung Deutsche Forschungsgemeinschaft e.V.
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