Diabetischer Fuß

14.12.2005 | Heidenheim
Blutzuckereinstellung und hydroaktive Wundbehandlung fördern den Heilungsprozess: Nach einer Verletzung der Haut beginnt ein komplexer Wundheilungsprozess, bei dem das zerstörte oder auch entfernte Gewebe ersetzt und die Haut erneuert wird.

Ist die Makro- und Mikrozirkulation in der Haut gestört, kann sich eine chronische Wunde entwickeln, die nur schwer abheilt. Prof. Vincent Falanga von der Universität Boston/USA stellt in einer Übersichtsarbeit den heutigen Wissensstand zu den biologischen und molekularen Abläufen der Wundheilung zusammen und erläutert, was für eine erfolgreiche Behandlung diabetischer Ulzera beachtet werden sollte (Lancet 366; 2005: 1736-1743).

Diabetische Ulzera haben - wie alle chronischen Wunden - die Fähigkeit verloren, die einzelnen Phasen des Heilungsprozesses so zu synchronisieren, dass der Hautdefekt geschlossen wird. Beim diabetischen Fußsyndrom wird diese Störung der Wundheilung durch zahlreiche verschiedene Faktoren verursacht. Falanga unterscheidet dabei zwischen intrinsischen (Neuropathie, vaskuläre Probleme sowie weitere systemische Beeinträchtigungen aufgrund des Diabetes) und extrinsischen Faktoren (Wundinfektion, Schwielenbildung, übermäßiger Druck auf die Wunde). "Oft verstärken sich diese krankhaften Veränderungen gegenseitig und es entsteht ein regelrechter Teufelskreis", schreibt Falanga.

Außerdem müsse der behandelnde Arzt bedenken, dass diabetische Ulzera sehr heterogen und bei der Genese mehrere pathologische Prozesse involviert sind. Zwar kann ein Ulkus primär aufgrund vaskulärer Erkrankungen oder einer Neuropathie entstanden sein. Doch sind Patienten mit neuroischämischen Ulzera im klinischen Alltag die Regel. Infektionen, die Lokalisation des Ulkus und die Fehlstellung und Fehlbelastung des Fußes sind weitere Faktoren, die bei jedem Ulkus unterschiedlich ausgeprägt sind.

Bei Patienten mit chronischen Wunden ist eine effiziente kausale Therapie der Grunderkrankung für eine Heilung meist genauso wichtig wie die eigentliche lokale Wundbehandlung. Das Ziel dabei ist, die gestörte Mikro- und Makrozirkulation in der Haut zu verbessern, um so den Heilungsprozess zu fördern. Zu Beginn jeder Behandlung eines diabetischen Ulkus müssen daher der Blutzuckerspiegel des Patienten eingestellt, eine Infektion behandelt und die Perfusionsstörungen behoben werden. Je nach Zustand der Wunde sollten hydroaktive Wundauflagen eingesetzt werden, die einerseits Mazerationen und Belägen vorbeugen und gleichzeitig die Zellmigration während des Heilungsprozesses erleichtern.

Um sowohl die zugrunde liegenden intrinsischen pathologischen Veränderungen als auch das diabetische Ulkus erfolgreich zu therapieren, sollte ein interdisziplinäres Team den Patienten behandeln. Außerdem, so glaubt Falanga, werden in der Zukunft die großen Fortschritte der medizinischen Forschung das Therapiespektrum erweitern, sodass sich die Behandlungserfolge bei chronischen Wunden deutlich verbessern werden.

Hydroaktive Wundauflagen fördern den Heilungsprozess

Die Behandlung eines diabetischen Fußsyndroms mit hydroaktiven Wundauflagen unterstützt die Proliferation und Synthese von Strukturproteinen sowie die Koordination der Zellprozesse während der Wundheilung (Chemotaxis, mitotische Aktivitäten, Angiogenese, Keratinozytenmigration etc.). Für jede Phase der Wundheilung hat die PAUL HARTMANN AG eine passende Wundauflage entwickelt. Das Wundkissen TenderWet, das Alginat Sorbalgon, der Schaumverband PermaFoam, das Hydrogel Hydrosorb und das Hydrokolloid Hydrocoll sind Wundauflagen, die nicht nur den Wundheilungsprozess fördern, sondern auch eine im Vergleich zu konventionellen Verbänden deutliche kostengünstigere Therapie ermöglichen. Daher profitieren sowohl Ärzte als auch Patienten von einem Einsatz dieser modernen Wundverbände bei chronischen, schwer heilenden Wunden, wie zum Beispiel diabetischen Ulzera.

Quelle: Pressemeldung PAUL HARTMANN AG

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