Bayernweites Diabetesregister für Kinder und Jugendliche

09.07.2009 | München
Welche Diabetesformen bei Kindern und jungen Erwachsenen wie häufig auftreten und wie sich etwa Übergewicht oder sozioökonomische Faktoren auf die Diabetes-Entstehung auswirken, untersucht die gemeinsame Studie "DiMelli" der Forschergruppe Diabetes der Technischen Universität München und der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB). DiMelli ist das erste Diabetesregister Deutschlands, das neben der Registrierung gleichzeitig Blutproben sammelt.

Vor dem Hintergrund einer stetig steigenden Zahl an Diabeteserkrankungen und dem Auftreten von Mischformen aus Typ-1- und Typ-2-Diabetes werden im Diabetes-Register DiMelli Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis 19 Jahre mit einem neu diagnostizierten Diabetes mellitus erfasst. Die ersten Studienteilnehmer sind jetzt in das Diabetesregister eingeschrieben. Ziel der DiMelli-Studie ist es, aktuelle Entwicklungen zu ermitteln: Wie häufig sind Neuerkrankungen an Diabetes im Kindes- und Jugendalter? Wie verändert sich das Erscheinungsbild von Typ-1- und Typ-2-Diabetes? Überlappen sich möglicherweise die Erscheinungsbilder? Dazu wird den jungen Patienten innerhalb von vier Wochen nach Diagnosestellung einmalig Blut abgenommen. Zudem werden in einem Fragebogen der bisherige Krankheitsverlauf und der sozioökonomische Status erfasst. Die Blutproben dienen der Messung von Autoantikörpern, Betazellfunktion, Insulin-Sensitivität und Lipidprofilen, sowie Diabetes assoziierten Genotypen.

DiMelli ist ein Kooperationsprojekt zwischen der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns und der Forschergruppe Diabetes der Technischen Universität München (TUM) unter der Leitung von Prof. Anette-Gabriele Ziegler. Dadurch treffen Kompetenzen im Datenmanagement und die nötige Expertise in der Diabetologie aufeinander. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert die zunächst auf drei Jahre ausgerichtete Studie. DiMelli ist eines von insgesamt 24 Teilprojekten im krankheitsbezogenen Kompetenznetz Diabetes.

Sowohl niedergelassene Ärzte als auch Klinikärzte können mit ihren Patienten an der DiMelli-Studie teilnehmen und zum Erfolg des Registers und damit zu einem besseren Verständnis der Volkskrankheit Diabetes beitragen. Im Rahmen der Studie versendet die Forschergruppe Diabetes der TUM eine Befundmitteilung mit den Ergebnissen der Autoantikörperuntersuchung - so kann der Arzt die Therapie für seinen Patienten optimal ausrichten.

Quelle: Pressemeldung Technische Universität München

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